Vorsicht: Denken bildet! – Sagenhaftes Ubuntu


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Hinter Linux steckt kein gewinnorientierter Konzern, sondern eine Idee, mit der tausende Menschen auf der ganzen Welt untrennbar verbunden sind. Sie lesen, kritisieren und verbessern den frei zugänglichen Quellcode und unterstützen so die beständige Weiterentwicklung des Betriebssystems.

Alle Welt lechzt nach den handelsüblichen Standardsystemen Windows und Apple– aber was macht ihre Produkte so besonders?

 

Es gibt viele Unternehmen, die gleichwertige Erzeugnisse anbieten und sich dennoch nicht auf dem Markt etablieren können. Linux ist ein gutes Beispiel für dieses Phänomen. Manche haben bereits von diesem Open-Source-Betriebssystem gehört, doch es kursiert das Gerücht, man müsse Computer-Nerd sein oder zumindest über spezielles (Fach)-Wissen verfügen, um es nutzen zu können. Doch dem ist nicht so: Linux hat eine ähnlich benutzerfreundliche Oberfläche wie Windows, ist stabil und erkennt angeschlossene Peripherie, wie Drucker und Scanner, meist problemlos. Es installiert Treiber automatisch, aktualisiert nach Zustimmung alle vorhandenen Programmpakete und vor allem sendet es keinerlei Informationen an dahinter stehende Konzerne. Bei Fragen oder Schwierigkeiten sind online ein Wiki und diverse Foren zu finden, deren Community schnell und sicher auf Fragen antwortet oder sogar schon bereits Problemlösungen veröffentlicht hat. Durch den freien Quellcode ist volle Transparenz gewährleistet.

Derzeit sind mehr als 300 verschiedene linuxbasierte Betriebssysteme verfügbar, einige davon kostenpflichtig, andere nicht. Das Prinzip des Betriebssystems Linux besteht aus einem Basissystem, zu dem verschiedene Programmpakete kombinier- und austauschbar sind. Bei den käuflich erwerbbaren Ausführungen handelt es sich schlicht um Komplettpakete, bei denen ein User eine feste Kombination aus Programmpaketen und grafischer Oberfläche erstellt hat. Der Unterschied zu den Gratisvarianten liegt in der Garantie und der natürlichen Person, die dafür bürgt.

Darüber hinaus ist jedes dieser Systeme durch eine Vielzahl an kostenlosen Programmen und Spielen individuell gestaltbar, die über das integrierte Softwarecenter verfügbar sind. Mit einer Suchfunktion können Programme auf die persönlichen Anforderungen überprüft und zugleich installiert werden, die nötigen Treiber und Zusatzprogramme werden bei linuxbasierten Systemen automatisch erkannt und mitinstalliert. Sollte das Programm nicht den Wünschen und Ansprüchen genügen, kann es ebenso leicht wieder komplett entfernt werden. Hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen Linux und anderen Betriebssystemen: Löschen heißt hier tatsächlich löschen, es verbleibt keinerlei Datenmüll auf der Festplatte.

Bei einem no-budget-Produkt bleibt nur no-budget für Werbung.

Eine der kostenlosen Versionen von Linux heißt Ubuntu. Es ist besonders für Einsteiger geeignet, da es alle wichtigen Standardprogramme beinhaltet und auch die Installation leicht zu bewältigen ist: die aktuellste Version von Ubuntu kann von der Homepage heruntergeladen und direkt zur Installation verwandt werden. Während der Installation sollte eine Internetverbindung über LAN oder WLAN gegeben sein. Alternativ ist eine Ausführung verfügbar, die es dem User ermöglicht, das System ohne Installation und Veränderung des vorhandenen Betriebssystems zu testen: Die Ubuntu Live CD. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, Ubuntu neben Windows als zweites Betriebssystem zu installieren. Beim Starten kann gewählt werden, welches Betriebssystem genutzt werden soll. So hat man die Möglichkeit, sich gefahrlos mit dem System vertraut zu machen.

In der Standardausführung sind die essentiellen Programme bereits vorhanden: Für Office-Anwendungen gibt es LibreOffice, das bereits im Basissystem installiert ist, für Bildbearbeitung ist Gimp, für E-Mail Thunderbird und für ICQ Pidgin verfügbar. Die Programme unterscheiden sich von ihren Brüdern und Schwestern für Windows und Apple – teils minimal – in ihrem Aufbau, sind jedoch ähnlich einfach zu bedienen. Dennoch entscheiden sich die meisten Benutzer eher für kostenpflichtige Programme – um sich dann über die fehlerhaften Produkte aufzuregen, für die sie soviel Geld bezahlt haben. Man muss jedoch auch gar nicht auf geliebte Programme verzichten: Mit einem Programm namens Wine kann auch Windows-übliche Software verwendet werden. Denn es emuliert ein anderes Betriebssystem. Den Programmen wird vorgespielt, dass sie auf dem eigentlich dafür vorgesehenen Betriebssystem installiert werden.

In punkto Sicherheit liegen die linuxbasierten Betriebssysteme weit vor Windows und Apple: Viren gibt es bei Linux so gut wie keine. Zum einen würde ein aufwändig programmierter Virus zu wenige User infizieren, da die Anzahl der unterschiedlichen Systeme den Radius stark einschränkt, zum anderen sind die Linux-Versionen allesamt kostenfrei verfügbar und der Schaden für den User ist zu gering, um den Aufwand zu rechtfertigen. Die einzigen Viren werden von freien Programmierenden erstellt, um Sicherheitslücken aufzudecken und ohne Schaden anzurichten. Dies bedeutet größtmögliche Sicherheit für den Anwender.

Es ist wichtig dieses freie System zu unterstützen, damit es größer und dadurch bekannter und konkurrenzfähiger wird. Die Linux-Gemeinde wächst, sobald mehr Menschen sich dafür entscheiden, dieses System zu wählen, es selbst ausprobieren und sehen, dass es besser, sicherer und einfacher ist.

Kostenlose Unabhängigkeit

Jedes der käuflichen Systeme macht den Benutzer abhängig, sei es ein Microsoft- oder Apple-Gerät: Nur die passenden Teile können genutzt werden. Einige kosten mehr als 100 Euro. Ist eines gekauft und soll weiter fehlerfrei funktionieren, muss alle folgende Software beim gleichen Anbieter gekauft werden. Bei freien Systemen wie Linux oder Android ist es jedem möglich, eigene Programme zu schreiben, weiterzuentwickeln oder zu variieren. Das System kann mit etwas Aufwand – aber kostenfrei – auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt werden. Updates und Upgrades sind möglich, ohne Zwang zum Neugerätkauf. Mit diesem Betriebssystem kann wieder „Ich, der User“ gesagt werden, es gibt tatsächliche Entscheidungen, deren Antworten nicht auf „kaufen“ oder „System beenden“ beschränkt bleiben.

Wieder zum Anfang: Was macht die Produkte von Windows und Apple nun also besser als die anderen? Ist es die sagenhafte Werbung, die die Konzerne schalten, ist es die sagenhafte Kontrolle, die die Konzerne auf den User ausüben? Ist es der sagenhafte Preis, sind es die sagenhaften Lügen, die die Konzerne verbreiten? Und warum halten Großkonzerne wie Microsoft das Monopol an Schulen und Universitäten, obwohl doch alle Kassen im Bildungssektor leer sind?

Über diese Fragen sollte man sich als Kunde Gedanken machen, bevor man bei der nächsten Gelegenheit wieder gedankenlos zu der vermeintlich bequemsten und einfachsten Lösung der großen Konzerne greift – nur um sich im Nachhinein wieder zu beschweren, wenn nichts funktioniert.

 

 

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