Schwarzfahren bald teurer! Dank facebook.
Schwarzfahren sollte man sowieso nicht. Doch wenn es einem mal passiert, dann wird es wohlmöglich demnächst so richtig teuer. Schwarzfahrer_innen sollen deutlich mehr zahlen, das fordert jetzt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Ein Grund dafür sind Gruppen bei Facebook und twitterchats, in denen sich tausende von Usern gegenseitig per Smartphone vor anrückenden Kontrolleur_innen warnen.
Was bedeutet das in Zahlen. Beim ersten Mal Schwarzfahren erwischt werden bedeutet bis zu 60 Euro zahlen, jedes weitere Mal muss man mit dem doppelten Betrag (120 Euro) rechnen, so zumindest die Vorstellung des VDV. Aktuell ist es noch ein "erhöhtes Beförderungsentgelt" von 40 Euro, das bei jedem Mal erneut erhoben wird. Die Verkehrsbetriebe in Deutschland dürfen die Höchstgrenze nur unterschreiten, aber nicht eigenständig heraufsetzen, daher sollen Bundesregierung und Länder die bestehenden Rechtsverordnungen entsprechend anpassen.
Der Verband Deutscher Verkehrunternehmer schätzt, dass jährlich rund 3,5 Prozent aller Bus- und Bahnnutzer schwarzfahren, bei ca. 9,7 Milliarden Fahrgästen in den öffentlichen Verkehrsbetrieben ist dies eine stattliche Summe Geld, die den Unternehmen entgeht. Doch helfen da höhere Strafen? Mit dem gültigen "erhöhten Beförderungsentgelt" von 40 Euro werde kaum Abschreckung erzielt, wie die Beispiele aus den sozialen Netzwerken wie Facebook zeigten, ist sich der VDV sicher. Die Abschreckung müsse durch eine höhere Zahlung erhöht werden, dabei gehe es aber nicht darum, die Facebook-Gruppen zu verbieten. "Wenn sich bei Facebook dazu Leute organisieren, wollen sie das Schwarzfahren in Richtung Spaß oder Kleinigkeit auslegen. Da können wir nicht mitgehen." so der Sprecher der VDV Lars Wagner. VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff zu dem Thema: "Es gibt inzwischen Gruppen von Fahrgästen, die sich gegenseitig vor Fahrscheinkontrollen warnen. Jetzt ist es also schon so weit, dass potenzielle Schwarzfahrer sich online öffentlich helfen und organisieren. So wird das Fahren ohne gültigen Fahrausweis in der öffentlichen Wahrnehmung verharmlost. Dem muss der Gesetzgeber durch entsprechende Regelungen entgegenwirken."
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