Saudi Arabien baut ein Fußballstadion - und?
Ein Fußballstadion bauen - daran ist eigentlich nichts besonderes. Doch Saudi Arabien baut sein erstes Stadion, das speziell dafür designed wurde, dass Frauen auch Fußball anschauen können. Aktuell sind Frauen aus den Fußballstadien des Arabischen Königreiches, aufgrund der strikten Geschlechtertrennungspolitik, ausgeschlossen.
Für westliche Länder wohl ein Kuriosum. Die Zeitung Al Sharq versucht es zu erläutern. Die puritanische Auslegung des Islam verbiete strengstens den Umgang von Männern und Frauen in der Öffentlichkeit. In Saudi Arabien existieren Gebiete für Frauen und Familiengebiete in denen Männer, die nicht in Begleitung einer weiblichen Verwandten sind, keinen Zutritt haben. Ebenso ist es Frauen untersagt Gebiete zu betreten, in denen sich unverheiratete Männer aufhalten.
Der Bau des Stadions kommt zwei Monate nachdem Saudi Arabien, die von den Olympischen Spielen 2012 ausgeschlossen wurden, darum bat doch Athleten schicken zu dürfen, um ihr Land zu repräsentieren. Das Internationale Olympische Komitee entsprach dieser Bitte, gefolgt von einer Warnung durch Anita DeFrantz, der Vorsitzenden der IOC Frauen und Sport Kommission. Wenn Saudi Arabien weiterhin den Frauensport derart unterdrücke, werde die Verbannung von den Spielen wieder in Kraft treten. DeFrantz erklärte zudem, dass sollten Saudi Arabien – ebenso wie Quatar und Brunei – nicht mindestens eine Athletin zu den Londoner Spielen entsenden, werden sie ebenfalls ausgeschlossen.
Ist der Bau des Stadions wirklich eine Entwicklung oder pures Kalkül der Königsfamilie. Ein Zeichen dass man es ernst meint, den Frauen mehr Freiheit zu geben – im letzten September wurde den Frauen das Wahlrecht von König Abdullah zugesprochen. Doch auch die Stimmen im Land, die auf die Probleme und Gefahren des Frauensports hinweisen, verstummen nicht. Es wird sicher noch Zeit brauchen, bis wir ein Saudi Arabisches Frauenfußballteam bei einer Olympiade oder Weltmeisterschaft sehen werden. Doch jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt.
Quelle: http://www.womentalksports.com


